Therapien bei Psoriasis

Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten für Psoriasis. Insgesamt lassen sie sich in vier Kategorien einteilen:

  • Lokale (topische) Therapien (Cremes oder Salben, die direkt auf die erkrankte Haut aufgetragen werden)
  • Lichttherapie (Behandlungen mit Einwirkung von ultraviolettem Licht auf die betroffenen Hautbereiche)
  • Systemische Therapien (Medikamente, die eingenommen werden)
  • Kombinierte Bade- und UVB-Lichttherapie

Topische Therapien

Zu den topischen (d.h. äußerlichen) Behandlungen zählen:

  • Emollientia (Lotionen, Cremen und Salben)
  • Keratolytika
  • Teer
  • Kortikosteroide (Cortison) Dithranol
  • Vitamin-3-Analoga
  • Tazaroten

Emollientia (Lotionen, Cremen und Salben)

Emollientia (feuchtigkeitsspendende wirkstofffreie Mittel) sind ein Grundpfeiler der Psoriasisbehandlung, da sie die verlorene Feuchtigkeit ersetzen und der Haut helfen, diese Feuchtigkeit auch zu halten. Auf diese Weise stellen sie die Weichheit, Geschmeidigkeit und Flexibilität der Haut wieder her.

Bei der Psoriasisbehandlung lindern Emollientia die Reizerscheinungen und die unangenehme Hautabschuppung, außerdem verbessern sie Aussehen und Oberflächenbeschaffenheit der Haut. Bei leichter Psoriasis können Emollientia als alleinige Behandlung ausreichen.

Emollientia haben nur wenige Nebenwirkungen, bei einigen Menschen können aber die Inhaltsstoffe bestimmter Produkte Allergien oder Reizungen auslösen.

Das Angebot an Emollientia ist groß. Möglicherweise müssen Sie auch mehr als ein Mittel ausprobieren, bis sie Dasjenige finden, das am ehesten Ihren Bedürfnissen und Wünschen entspricht. Unter Umständen stellen Sie auch fest, dass Sie für verschiedene Körperregionen unterschiedliche Präparate benötigen, z.B. eine Fettsalbe für die Haut an den Beinen und ein leichtere Creme im Gesicht.

Emollientia sind am wirkungsvollsten, wenn sie nach dem Baden aufgetragen werden und die Feuchtigkeit in der Haut "einfangen".

Keratolytik

Keratolytische Behandlungen erleichtern die Ablösung von Hautschuppen. Salizylsäure, ein Bestandteil vieler Kombinationspräparate, ist das am häufigsten eingesetzte Keratolytikum und kann alleine, oder aber in Kombination mit Teer, topischen Kortikosteroiden (Cortison) oder Dithranol verwendet werden. Als Bestandteil eines Kombinationspräparates erhöht es die positiven Wirkungen dieser Produkte, indem es ihre Hautpenetration verstärkt. In der Regel wird Salizylsäure in Konzentrationen von 2 - 6% zugegeben. In höheren Konzentrationen kann es Reizungen hervorrufen. Ferner besteht ein wenn auch sehr geringes Risiko für die Entwicklung von Zeichen einer Salicylatvergiftung über eine Aufnahme in die Blutbahn.

Teer

Viele Jahre lang wurde Psoriasis mit Teer behandelt - entweder als Monotherapie oder in Kombination mit anderen topischen Präparaten und/oder UVB. Die weniger stark raffinierten Teere wie z.B. Rohteer sind wirksamer als die saubereren, raffinierten Teerarten wie z.B. Teerlösung, aber sie machen schmutzig, riechen stark und hinterlassen Flecken auf Kleidung und Bettwäsche.

Teeremulsionen können ins Badewasser gegeben werden, bei manchen Menschen sind Teershampoos wirksam.

Eine Vorbehandlung mit Teer macht die Haut empfänglicher für die positiven Wirkungen von ultraviolettem Licht (UVB).

Die Methode Göckermann nutzt eine Kombination aus täglicher Teersalbenbehandlung und Teerbädern sowie UVB.

Teer erhöht die Empfindlichkeit für ultraviolettes Licht, d.h. die Gefahr eines Sonnenbrandes ist bei der Verwendung von Teerpräparaten größer.

Da Teer zu Hautreizungen führen kann, sollten teerhaltige Präparate nur mit Vorsicht an empfindlichen Haut- und Körperstellen benutzt werden.

Zwar wurden Bedenken geäußert, dass Teer vielleicht Krebs auslösen könnte, aber bei langfristig mit Teerpräparaten behandelten Patienten wurde keine Zunahme von Hautkrebs festgestellt.

Topische Kortikosteroide (Cortison)

Die Hautentzündungen im Rahmen einer Psoriasis lassen sich mit äußerlich angewendeten (topischen) Kortikosteroiden reduzieren. Dies gilt besonders für die Behandlung psoriatischer Hautzonen, die schlecht zugänglich sind wie an der Unterseite der Brust, in den Ohren, am Haaransatz und in der Leistengegend. Zuviel stark wirksamer Kortikosteroide kann jedoch zu Hautverdünnung, Dehnungsstreifen (sog. "Schwangerschaftsstreifen"), steroide-bedingter Akne rosacea (im Gesicht) und bei Absetzen der Behandlung zu Psoriasisrückfällen führen. Bei zu häufigem Gebrauch oder bei Anwendung in zu großen Mengen auf nässenden Flächen kann ein stark wirksames topisches Kortikosteroid durch die Haut resorbiert werden. Dies wiederum führt möglicherweise zu einer Unterdrückung der normalen Funktion der Nebennierenrinde.

Topische Kortikosteroide werden in der Regel für den kurzfristigen Gebrauch verschrieben, um die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Manchmal wird ein Kortikosteroidprodukt abwechselnd mit Calcipotriol-Creme oder -Salbe empfohlen, wodurch das Nebenwirkungsrisiko möglichst klein gehalten und auch gleichzeitig verhindert wird, dass die Psoriasis auf einmal nicht mehr auf die Behandlung anspricht.

Die britische Dermatologische Gesellschaft (British Association of Dermatologists) hat vor kurzem Richtlinien zur sicheren Anwendung topischer Kortikosteroide in der Psoriasisbehandlung herausgegeben.

Richtlinien der British Association of Dermatologists für die Anwendung topischer Kortikosteroide in der Psoriasisbehandlung:

  • topische Kortikosteroide sollten in keinem Fall regelmäßig länger als vier Wochen ohne kritische Überprüfung eingesetzt werden.
  • Stark wirksame Kortikosteroide sollten nicht länger als sieben Tage hintereinander regelmäßig benutzt werden.
  • Es dürfen nicht einfach automatisch Wiederholungsrezepte ausgestellt werden: die Patienten müssen alle drei Monate erneut untersucht werden.
  • Die Dosis eines Präparates mit mittelstarker oder starker Wirkung sollte 100 g pro Monat nicht übersteigen.
  • Topische Kortikosteroide sollten, wenn möglich, regelmäßig mit kortikosteroidfreien Präparaten im Wechsel angewendet werden.
  • Präparate mit starker oder sehr starker Wirkung dürfen nur unter der Aufsicht eines Hautarztes angewendet werden.
  • Die so genannte "Finger Tip Unit" (finger tip) ist eine Maßeinheit, die dem Patienten dabei helfen kann einzuschätzen, wie viel Salbe oder Creme er auftragen soll.
  • Es gibt viele Kortikosteroide auf dem Markt - einige sind stärker wirksam als andere. Je stärker das Kortikosteroid ist, umso kräftiger ist die therapeutische Wirksamkeit, aber auch umso höher das Nebenwirkungsrisiko.
  • Topische Kortikosteroide müssen sparsam aufgetragen werden - weitere Informationen zur korrekten Anwendung finden Sie im Abschnitt "Praxistipps".

Dithranol (Anthralin)

Viele Jahre lang war Dithranol der Grundpfeiler einer jeden stationären Psoriasisbehandlung, vor allem zusammen mit Teerpräparaten und UVB ("Ingram-Schema"). Früher wurde Dithranol als feste Paste auf die Psoriasis-Plaques aufgetragen. Dort blieb sie über Nacht (um "einzuweichen") und wurde am nächsten Morgen abgewaschen. Kontakt mit gesunder Haut ist zu vermeiden, da die Substanz abfärbt, besonders auf die Kleidung, und auch zu schwerer Blasenbildung führen kann. Dithranol-Behandlungen mit kurzfristiger (15-60 Minuten) Einwirkung auf die Psoriasis-Plaques mit anschließendem Abwaschen gelten heute als genauso wirksam wie die klassische Methode. Kurzbehandlungen mit Dithranol werden in der Regel stationär innerhalb eines Tages durchgeführt.

Dithranol kann ein sonnenbrandartiges Brennen hervorrufen - die Behandlung sollte mit einer niedrig dosierten Dithranol-Creme (zum Beispiel 0,1 %) beginnen und dann allmählich gesteigert werden.

Dithranol ist gelb, bei Kontakt mit Luft wird es aber violett-braun - Kleidung, Haut, Haare und Badezimmereinrichtungen können durch Dithranol verfärbt werden. Daher ist unter Zuhilfenahme entsprechender Maßnahmen darauf zu achten, dass Dithranol nicht auf Kleidung, gesunde Haut, Haare und Badezimmereinrichtungen gelangt.

Dithranol darf nicht in empfindlichen Problemzonen aufgetragen werden, wie wir sie im Gesicht, den Achselhöhlen, auf der Unterseite der Brust oder in der Leistengegend finden.

Vitamin D3-Analoga

Zurzeit gibt es zwei dem Vitamin-D verwandte Wirkstoffe für die äußerliche Behandlung der Psoriasis: Calcipotriol and Tacalcitol. Calcipotriol wird häufig für Psoriasis vulgaris verschrieben. Die Anwendung ist einfach und auch kosmetisch akzeptabel: Calcipotriol riecht nicht unangenehm und verfärbt weder Haut, Haare noch Kleidung. Es ist wirksamer als die Kurzzeitanwendung von Dithranol und Rohteer. Calciprotriol und Tacalcitol gibt es als Creme, Salbe und Haarwasser.

Um die maximale Wirkung zu erzielen, werden Calcipotriol-Cremes und Salben zweimal täglich reichlich aufgetragen - weitere Informationen zur korrekten Anwendung finden Sie im Abschnitt "Praxistipps". (praktische Ratschläge)

Bei Beginn der Calcipotriol-Behandlung kann es gelegentlich zu leichten, vorübergehenden Reizungen kommen, auch kann erst der Eindruck entstehen, die Psoriasis würde verstärkt, dies legt sich aber in der Regel nach ein oder zwei Tagen und sollte normalerweise kein Grund sein, die Behandlung abzusetzen.

Wichtig: Es kann bis zu acht Wochen dauern, bis sich die volle therapeutische Wirkung von Calcipotriol entfaltet

Auch bei langfristiger Calcipotriol-Anwendung kommt es zu keiner Hautverdünnung. Talcalcitol scheint weniger hautreizend zu sein als Calcipotriol.

Tazaroten

Tazaroten ist ein Vitamin-A-Präparat. Tazaroten-Gel wird für die Behandlung von leichter bis mittelschwerer (bis zu 10 % der Haut sind betroffen) Psoriasis vulgaris empfohlen. Das Präparat normalisiert die Bildung und Abstoßung der Hornschicht der Haut, des Stratum corneum.

Die Anwendung des Gels erfolgt einmal täglich auf die Psoriasis-Plaques, die Behandlung kann bis zu 12 Wochen fortgeführt werden.

Häufigste Nebenwirkungen sind Juckreiz, Brennen, Hautrötungen und -reizungen.

Tazaroten darf nicht auf das Gesicht, in Beugefalten (z.B. Unterseite der Brust, Achselhöhlen) oder auf die Kopfhaut aufgetragen werden.

In Schwangerschaft und Stillzeit ist von der Anwendung von Tazaroten abzusehen.

LINKS

Weitere interessante Inhalte zum Thema Hautkrankheiten finden Sie unter folgenden Seiten:

Psoriasis:

Neurodermitis:

Sonstige: